Folgerungen aus der ABC-Analyse

Die ABC-Analyse im Bereich Einkauf, Beschaffung und Materialwirtschaft wird nicht aus reinem Selbstzweck erstellt (siehe "Ziele"), sondern als Grundlage für Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen.

Die folgenden Folgerungen hinsichtlich Disposition, Beschaffungsmarktforschung, Inventur, etc. können für die jeweilige Klasse gezogen werden:


A-Güter

Disposition:

  • bestandsvermeidende Bewirtschaftung
  • exakte Festlegung von (niedrigen) Sicherheitsbeständen (falls lagergeführt)
  • exakte Disposition bzgl. Menge und Termin (ggf. "Just-in-time")
  • exakte Bestandsführung (falls lagergeführt)
  • auftragsbezogene, statt verbrauchsbezogene Bewirtschaftung

Beschaffungsmarktforschung:

  • Beobachtung aller Objekte
  • Nutzung zahlreicher Informationsquellen
  • alternative Lieferanten qualifizieren
  • Marktforschung, Markt- u. Preisanalyse
  • intensive Preisverhandlungen

Wertanalyse:

  • Untersuchungsobjekt für eine Wertanalyse

Bestellabwicklung:

  • intensive Preisverhandlungen
  • schneller Rechnungsdurchlauf, um vereinbarte Skontofristen zu sichern

Inventur:

  • Permanente Inventur (vgl. 241 Abs. 2 HGB)

 


B-Güter

Disposition:

  • programmgesteuerte Disposition, statt auftrags- bzw. verbrauchsgesteuerte Disposition

 


C-Güter

Disposition:

  • vorratsbezogene statt bedarfsbezogene Bewirtschaftung
  • einfache Dispositionsverfahren; z. B. ohne Berücksichtigung von Werkstatt-, Bestell- und Reservierungsbeständen
  • Bestellung in kostenoptimalen Losgrössen
  • geringer Aufwand in der Bestandsüberwachung; z. B. rhythmische Bestandskontrolle
  • geringer Aufwand in der Bestandsführung; z. B. Ausgabe in Großmengen, Bewirtschaftung als Handlager mit Vorrat am Arbeitsplatz

Bestellabwicklung:

  • einfache Bestellabwicklung / einfache Prozesse ("C-Artikel-Management-System")
  • schnelle Durchlaufzeiten
  • Rahmenverträge / Abrufverträge abschließen (Abrufe nicht durch den Einkauf, sondern durch die Bedarfsträger selbst!)
  • Bündelung des Einkaufsvolumens (Konzentration auf wenige, aber leistungsfähige Lieferanten)

Inventur:

  • Stichprobeninventur (vgl. 241 Abs. 1 HGB)

Typische Beispiele (je nach Unternehmen bzw. Branche):

  • z. B. Bürobedarf, Kopierpapier, Reinigungs- und Hygieneprodukte, DIN- und Normteile (Schrauben, Unterlegscheiben, etc.),
 

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