Historie der ABC-Analyse

Die ABC-Analyse wurde von H. Ford Dickie (General Electric Company) im Jahr 1951 in seinem Artikel "ABC Inventory Analysis Shoots for Dollars, not Pennies" (in: Factory Management and Maintenance, July, 1951, Vol. 109, pp. 92–94) beschrieben.

Grundlage von Dickie's Artikel waren vermutlich die Ergebnisse von V. Pareto ("80/20 Regel") und M. O. Lorenz, die damit erstmals in der Theorie der Unternehmensführung ihre Anwendung fanden.


Vilfredo Pareto (1848 - 1923)
Vilfredo Pareto wurde am 15. Juli 1848 in Paris (Frankreich) geboren. Seine Eltern waren Genueser Patrizier (Italien), die sich aus politischen Gründen nach Frankreich ins Exil begaben. Als sein Vater amnestiert worden war, verlies Pareto im Alter von 11 Jahren mit seinen Eltern und zwei Schwestern Paris. Nach dem Gymnasium studierte er am Polytechnikum in Turin, wo er mit 21 Jahren den akademischen Grad des Ingenieurs erwarb. Im Jahr 1874 ging Pareto nach Florenz, wo er im selben Jahr zum ordentlichen Mitglied der ehrwürdigen "Reale Accademia Economico-Agraria dei Georgofili di Firenzi" gewählt wurde.

Im Jahr 1893 wurde er auf Empfehlung seines engen Freundes Maffeo Panteleoni (1857 - 1924) Nachfolger von Léon Walras (1834 - 1910) auf dem nationalökonomischen Lehrstuhl in Lausanne (Schweiz). Dort entstand die berühmte "80/20 Regel" aus einer Untersuchung des italienischen Volksvermögens: Das Ergebnis war, dass sich 80 % des Vermögens auf 20 % der Bevölkerung verteilen. An der "Université de Lausanne" gibt es heute ein "Centre Walras-Pareto" (www.unil.ch/cwp).

Am 19. August 1923 starb Pareto an einem Herzleiden in Céligny (Schweiz).


Max O. Lorenz (1880 - 1962)
Max Otto Lorenz erwarb seinen Grundstudiumsabschluss bereits 1894 im Alter von 14 Jahren in Iowa (USA) und setzte dann sein Studium an der "University of Wisconsin" (USA) fort wo er dann 1906 seinen Doktortitel erwarb; seine Dissertation hatte den Titel "The Economic Theory of Railroad Rates" (Die ökonomische Theorie von Eisenbahnpreisen).

Er arbeitete danach für die "Interstate Commerce Commission" in Washington (USA), wo er 1936 zum Chefstatistiker wurde. Lorenz’ Arbeiten über Eisenbahntarife war seinerzeit sehr bekannt und waren sicherlich durch seine Ausbildung in Wisconsin beeinflusst worden, aber sein Ruhm hatte Bestand wegen seines während des Grundstudiums geschriebenen Essays über die Einkommensverteilung ("Methods of Measuring the Concentration of Wealth", Publications of the American Statistical Association, Vol. 9, New Series, No. 70, (June, 1905), pp. 209–219). In diesem Essay führte er ein Werkzeug ein, das Legionen von Studenten seitdem benutzt haben: die Lorenzkurve.

Methods of Measuring the Concentration of Wealth

Willford Isbell King, der Wirtschaftswissenschaftler und späterer Assistenzprofessor in Wisconsin, nannte sie so in seinem frühen Werk mit Richard T. Ely (1854 - 1943) zur Einkommensverteilung. King wurde später Wirtschaftsprofessor an der "New York University" und war ein früher Autor über die U.S. amerikanische Einkommensverteilung für das Anfangs noch kleine "National Bureau Of Economic Research" (NBER) - er sorgte so dafür, dass die "Lorenzkurve" bekannt wurde.

 

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